​Wieviel Kaffee ist in der Schwangerschaft erlaubt?

backyard coffee - Geschrieben am 14.07.2019

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Koffein, eine Gefahr in der Schwangerschaft?

Gibt es schönere Dinge als Kaffee? Mit Sicherheit! Die Schwangerschaft und die nachfolgende Stillzeit sind sicherlich jede Entbehrung wert. Auf eingespielte Rituale zu verzichten ist dennoch oft nicht leicht. Die Tasse Kaffee am Morgen, der Cappuccino in der Mittagspause, das waren die Auszeiten, die man sich immer gegönnt hat. In der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit stellen sich daher die Fragen: wieviel Kaffee ist erlaubt? Muss ich komplett auf Kaffee verzichten?

Worum es geht

Entscheidend ist das Koffein, bzw. die Menge an Koffein, die man zu sich führt. Der Konsum von entkoffeiniertem Kaffee ist daher unbedenklich. Man muss jedoch beachten, wieviel Koffein man am Tag in Summe zu sich nimmt. Koffein ist nicht nur in Kaffee enthalten, sondern auch in Tee, Kakao (Schokolade) und zahlreichen Energy-Drinks und Limonaden. Koffein ist ein Gift, damit schützt sich die Pflanze gegen Fressfeinde. Gegen uns Menschen scheint das nicht ganz so gut zu funktionieren, dennoch muss man in der Schwangerschaft Vorsicht walten lassen.

Eine Tasse Filterkaffee (200 ml) enthält eine Menge von 60 mg bis 100 mg Koffein. Das hängt vom verwendeten Kaffee ab und von der Art der Zubereitung. Auf der sicheren Seite ist man, rechnet man mit einem Wert von 100 mg an Koffein bei Filterkaffee. Bei einem doppelten Espresso von ca. 45 ml sollte man mit 80 mg Koffeingehalt rechnen. In Studien hat sich gezeigt, dass ab einer Menge von 300 mg Koffein am Tag eine Auswirkung auf das Geburtsgewicht eintritt, bei höheren Dosen sogar das Risiko einer Frühgeburt steigt. Eine Studie der Europäischen Union [1] hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Das Ergebnis ist, dass sowohl für Schwangere als auch für Stillende ein Grenzwert von 200 mg an Koffein, über den Tag verteilt, als unproblematisch gesehen wird.

Die Halbwertzeit von Koffein verlängert sich während der Schwangerschaft. Die Regelzeit liegt bei acht (8) Stunden, nach dieser Zeit ist die Hälfte des Koffeins abgebaut, nach weiteren acht Stunden wiederum die Hälfte des verbleibenden Koffeins und so weiter. In der Schwangerschaft kann die Halbwertzeit auf bis zu 16 Stunden ansteigen, eine zu hohe Dosis abzubauen dauert ungemein länger. Man sollte sich daher unbedingt an die als unbedenklich eingestuften Grenzwerte halten. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Koffein nicht nur einen Einfluss auf die Mutter hat, sondern auch über die Plazenta vollständig in den Blutkreislaufs des Babys übergeht. Insbesondere nach der Geburt ist die Halbwertzeit signifikant höher.

Weitere Faktoren

Die Wahl des richtigen Kaffees hat einen Einfluss auf die Koffeinzufuhr. Entkoffeinierter Kaffee ist unproblematisch, wenn auch aromatisch grundsätzlich etwas flacher. Der Prozess der Entkoffeinierung nimmt dem Kaffee immer etwas seines Charakters, das lässt sich nicht vermeiden. Greift man zu einem "normalen" Kaffee, empfiehlt es sich, einen 100%-tigen Arabica-Kaffee zu wählen. Robusta (Canephora) besitzt den doppelten Koffeingehalt und ist außerdem nicht so facettenreich. Neben der Varietät (Kaffeesorte) spielt die Art der Röstung eine Rolle. Je dunkler die Röstung, desto löslicher sind die Inhaltsstoffe des Kaffees. Eine dunkle Röstung enthält bei der gleichen Brühzeit daher mehr Koffein. Bei backyard coffee arbeiten wir, aus Qualitätsgründen (siehe: Unsere Kaffees), ausschließlich mit Arabicas. Zudem rösten wir Kaffees nicht "dunkel" (siehe: Light vs. Dark Roast), um deren Charaktermerkmale zu erhalten.

Fazit

Zusammengefasst kann man sagen, dass zwei Tassen Filterkaffee über den Tag verteilt (nicht direkt hintereinander) und auch zwei doppelte Espressos über den Tag verteilt unbedenklich sind. Jedoch muss man darauf achten, dass man nicht zusätzlich Koffein konsumiert, über Softdrinks, Tee, Schokolade oder andere Quellen.

Quellen:

[1] European Food and Safety Authority (2015): "Scientific Opinion on the safety of caffeine". URL: https://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/pub/4102... [Stand 14.07.2019]