Vollautomat

backyard coffee - Geschrieben am 07.07.2019

Vollautomaten mahlen die Kaffeebohnen frisch und bereiten diese direkt zu. Hierdurch gehen kaum Aromen verloren und es kann ein aromatischer, wenn auch schwacher, Espresso bezogen werden. Die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Zubereitung ist stark begrenzt. Dosis, Mahlgrad und Brühzeit können nur minimal variiert werden. In den meisten Fällen suggerieren die Einstellungsmöglichkeiten der Maschine mehr, als dieses tatsächlich im Stande ist zu liefern. Teurere Vollautomaten im Gastronomieumfeld sind oft in der Lage, einer Siebträgermaschine vergleichbare Ergebnisse zu liefern.

Während früher die Dosis bei Geräten für Privathaushalte oft bei 7 Gramm limitiert war, haben die Hersteller hier nachgebessert. Mit dieser Menge konnte man keine aromatischen Getränke zubereiten, die eine hohe Flüssigkeitsmenge besitzen. Bereits bei einem doppelten Espresso war die Grenze des machbaren überschritten. Ein Kaffee aus einem Vollautomaten war immer überextrahiert (siehe: Überextraktion) und nur ein Kompromiss. Leider ist es bis heute so, dass die Einwaage noch nicht so genau einstellbar ist, wie dies bei manchen Bohnen erforderlich wäre. Der Mahlgrad eines Vollautomaten kann nur in einem geringen Umfang variiert werden, da die Maschine in der Lage sein muss, sich selbst zu reinigen. Zu feine Mahlgrade würden zu Verstopfungen führen. Der optimale Mahlgrad kann daher nicht immer eingestellt werden. Die Brühzeit richtet sich nach der Größe des Getränks.

Für den Normalgebrauch ist der Vollautomat eine gute Alternative und jedem Kapselsystem vorzuziehen. Kaffeekapseln braucht kein Mensch, diese sind eine der größten Müllschleudern auf dem Markt. Mit viel Marketing hat man es jedoch geschafft, diese Systeme durchzusetzen. Neben den Unmengen an Müll ist auch der Kaffee grandios überteuert. Die Auswahlmöglichkeit an Kaffeesorten ist begrenzt, der Mahlgrad und die Dosierung des Kaffeemehls kann nicht variiert werden und die Kapseln sind sehr teuer. Aus ökologischen Gesichtspunkten (Müll) sind diese Systeme hochproblematisch und passen nicht in unsere Zeit. Zudem erzeugen diese Systeme eine Abhängigkeit zum Hersteller. Vollautomaten haben all diese Probleme nicht.

Bei Vollautomaten wird oft der Aufwand unterschätzt, den es bedarf, die Milchsysteme zu reinigen. Cappuccino und anderen Milchgetränke erfordern es, wenigstens täglich das System zu reinigen. Der Aufwand ist teilweise recht groß. Eine Siebträgermaschine ist wesentlich einfacher in der Handhabung und Reinigung, erfordert im Umgang jedoch etwas Wissen zum Thema Kaffee.